So einfach war es also zu gehen

Ich betätigte das Feuerzeug und inhalierte schweigend. Schliesslich sagte ich: Wäre Vater tot, gingen wir an ein Grab, eine Figur wäre darauf platziert, ein Engel aus Bronze zum Beispiel, Maria mit Kind im Arm oder stattdessen ein Lamm, ein Kamel, die Sphinx. Wir könnten jeden Monat Blumen bringen, und das Grab würde nach fünfundzwanzig Jahren aufgehoben.
Aber er ist nicht tot, basta, entgegnete Naomi.

In ihrem beeindruckenden Debütroman erzählt Laura Vogt von Vätern und Schwestern, Körper und Spiegel, von Sprache und Schweigen, Nähe und Distanz. Es geht ums Unterwegssein und den Umgang mit sich selbst als Fluchttier.

«Laura Vogt gelingt es, eine intime Form der Literatur mit engagiertem und genauem Erzählen zu verbinden.» — Francesco Micieli

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  • Roman
  • VGS St. Gallen 2016
  • Broschur mit Fadenheftung
  • 188 Seiten
  • Website

«Mit der Überlagerung von politischen, familiären, individuellen, gar eminent körperlichen Sehnsüchten spannt Laura Vogt einen weiten Kosmos auf." — Eva Bachmann, Saiten Kulturmagazin

«Mit intensiver Sinnlichkeit, mit lyrischen und albtraumartigen Sequenzen führt Laura Vogt die Leser souverän und nah an die Erzählerin heran». — Hansruedi Kugler, St. Galler Tagblatt

«Laura Vogt liest aus ihrem Roman So einfach war es also zu gehen. Meine erste richtige Entdeckung des Festivals! Ich bin begeistert! Ihr leicht Schwyzerdütsch eingefärbtes Hochdeutsch hat was von Mooskissen, Fuchsschädeln, Gneis und einer kernausgebrannten, »von innen noch glosenden« Esche. Ich muss an einen großartigen Essay von Peter Weber denken (BELLA triste Nummer sechs, Sonderausgabe zur Schweizer Literatur), in dem er von der Vertikalität des Schwyzerdütsch schreibt, das sich in der hochdeutschen Schriftsprache (Horizontale der norddeutschen Tiefebene, die mit dem ICE durchfahren wird) aufgehoben wiederfindet. Die bedächtige Schweizer Sinnlichkeit.» — Paul Brodowsky im Suhrkamp Logbuch anlässlich des Literaturfestivals PROSANOVA, Juni 2017, Hildesheim